Elternvertreter/in in Kita und Schule – Warum diese Aufgabe mehr ist als ein Amt

Elternvertreter/in in Kita und Schule – Warum diese Aufgabe mehr ist als ein Amt

Wenn bei einem Elternabend die Frage kommt: „Wer möchte Elternvertreterin oder Elternvertreter werden?“, passiert oft dasselbe. Plötzlich schauen alle ganz interessiert auf den Boden. Bloß keinen Blickkontakt. Vielleicht meldet sich ja jemand anderes. Dabei denken viele wahrscheinlich, dass Elternvertretung unglaublich viel Arbeit bedeutet. Ständig Termine, Listen, Gespräche und wahrscheinlich noch Kuchen organisieren. Und ja, manchmal gehört das tatsächlich dazu. Aber Elternvertretung ist viel mehr als eine Telefonliste zu verwalten oder ein Geschenk für die Erzieherinnen und Lehrer zu besorgen.

Was macht eine Elternvertretung eigentlich?

Das kommt ein bisschen darauf an, ob man von der Kita oder der Schule spricht. Grundsätzlich geht es darum, die Interessen der Eltern zu vertreten und als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner da zu sein. Manchmal geht es um ganz einfache Dinge. Eine Frage, die mehrere Eltern beschäftigt. Informationen, die weitergegeben werden müssen. Oder die Organisation eines kleinen Geschenks. Aber manchmal geht es auch um größere Themen. Um Veränderungen in der Kita oder Schule. Um Konzepte. Um Entscheidungen, die viele Kinder und Eltern betreffen. Und genau das finde ich an dieser Aufgabe spannend.

Meine Zeit als Elternvertreterin in der Kita

In der Kita war ich drei Jahre lang Elternvertreterin. Und ehrlich gesagt fand ich es gar nicht besonders anstrengend. Natürlich gab es eine Telefonliste und Termine. Manchmal wurde etwas organisiert oder Informationen wurden weitergegeben. Aber ich mochte es, mehr Einblick zu bekommen und mitzubekommen, was in der Kita passiert. Und vielleicht auch deshalb, weil ich selbst Erzieherin bin, war es für mich interessant, die andere Seite zu erleben. Denn als Elternvertreterin sitzt man nicht plötzlich auf der Seite der Kita-Leitung oder des Teams. Man ist weiterhin Elternteil. Aber man bekommt die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich einzubringen.

In der Grundschule habe ich ausgesetzt

In der Grundschule war ich dagegen nicht als Elternvertreterin aktiv. Nicht, weil es mich nicht interessiert hätte. Es gab einfach Eltern, die diese Aufgabe übernommen hatten und die auch weitermachen wollten. Und das war für mich völlig in Ordnung. Man muss schließlich nicht überall mitmischen.

Heute bin ich wieder mittendrin

An der weiterführenden Schule meines Sohnes sieht das inzwischen ganz anders aus. Heute bin ich wieder Elternvertreterin. Aber dabei ist es nicht geblieben. Ich bin außerdem Jahrgangssprecherin, im Schulelternrat aktiv und nehme an der Gesamtkonferenz teil. Je nach Thema bin ich auch bei Klassenkonferenzen oder anderen Gesprächen dabei. Und genau da merkt man, dass Elternvertretung durchaus mehr sein kann, als viele zunächst denken. Es geht nicht nur darum, Informationen weiterzugeben. Als Elternvertretung kann man sich auch bei Themen einbringen, die die Schule insgesamt betreffen. Zum Beispiel, wenn sich Konzepte verändern oder neue Ideen entwickelt werden. Natürlich entscheidet man nicht allein. Aber man kann seine Sicht einbringen. Und ich finde es wichtig, dass bei solchen Themen auch Eltern gehört werden.

Nein, ich mache das nicht wegen meines eigenen Kindes

Das ist mir tatsächlich wichtig. Natürlich betrifft alles, was in der Schule passiert, auch mein eigenes Kind. Aber Elternvertretung sollte nicht dazu dienen, für das eigene Kind irgendwelche Vorteile herauszuholen. Dafür ist diese Aufgabe nicht da. Wenn ich mich für etwas einsetze, dann geht es um Themen, die mehrere Kinder oder Eltern betreffen. Manchmal bedeutet das auch, Fragen zu stellen, die vielleicht nicht besonders bequem sind. Aber genau dafür gibt es diese Möglichkeit ja auch.

Und ja, manchmal geht es auch um Listen und Geschenke

Natürlich gibt es auch diese Seite. Klassenlisten müssen aktualisiert werden. Informationen müssen weitergegeben werden. Und manchmal wird ein Geschenk organisiert. Ich mache das aber gerne. Nicht, weil ich glaube, dass Lehrerinnen und Lehrer dafür eine riesige Aufmerksamkeit brauchen. Sondern weil ich finde, dass ein kleines Dankeschön einfach eine schöne Sache sein kann. Auch Lehrerinnen und Lehrer freuen sich darüber, wenn jemand an sie denkt. Und nein, dafür muss niemand eine Weltreise geschenkt bekommen. 

Warum ich Elternvertretung gerne mache

Ich glaube, viele Eltern schrecken vor dem Amt zurück, weil sie denken, dass sie dafür besonders viel Zeit haben oder perfekt organisiert sein müssen. Das muss man meiner Meinung nach nicht. Natürlich sollte man bereit sein, sich einzubringen. Aber niemand erwartet, dass eine Elternvertretung alles alleine macht. Man kann sich Aufgaben teilen. Man kann nachfragen. Und man kann auch einfach sagen: „Ich kümmere mich darum.“ Für mich persönlich ist es schön, nicht nur zuzuschauen, sondern mich einzubringen. Ich bekomme mehr mit. Ich kann Fragen stellen. Und manchmal kann ich auch etwas anstoßen. Nicht immer wird daraus genau das, was ich mir vorgestellt habe. Aber allein die Möglichkeit, sich einzubringen, finde ich wichtig.

Mein Fazit

Elternvertretung ist nicht nur dafür da, eine WhatsApp-Gruppe zu verwalten oder Geschenke zu organisieren. Sie kann eine Möglichkeit sein, sich in der Kita oder Schule einzubringen und bei Themen mitzuwirken, die Kinder und Eltern betreffen. Natürlich ist nicht jede Aufgabe riesig oder besonders spannend. Manchmal geht es tatsächlich nur darum, eine Information weiterzugeben. Aber manchmal sitzt man auch in einer Konferenz und merkt plötzlich: Hier geht es gerade um Entscheidungen, die für viele Kinder wichtig sind. Und genau deshalb mache ich es gerne. Vielleicht überlegt beim nächsten Elternabend ja jemand, doch die Hand zu heben. Und keine Sorge: Man muss dafür weder perfekt organisiert sein noch alles wissen. Man wächst da ziemlich schnell rein.

Zurück zum Blog